Wetter im Blick. Abenteuer im Gepäck.
Hier führe ich ein paar einfache Tipps auf, wie man sich recht gut bei Motorradreisen auf die Wettergeschehnisse vorbereiten kann. Durch mehrere Jahrzehnte im Luftsport hat sich für mich ein Blick auf das Wettergeschehen ergeben, dass ich einfach zugänglich machen möchte. Regen, stürmischer Wind oder gar Schnee sind für das Motorradfahren ein Stimmungskiller. Bei Touren von mehreren Tagen oder Wochen, muss man aber unterwegs mit Wetteränderungen rechnen. Diese behalte ich im Auge, um meine Tour anzupassen. Denn: trocken und sonnig fahren ist am Ende schöner als eine Traumstraße bei Regen zu erleben.
Wie funktionieren Wetterprognosen und warum liegen sie manchmal daneben?
Wettervorhersage – die Kurzfassung mit Augenzwinkern
Wir sammeln alles, was die Atmosphäre ausspuckt. Wetterstationen, Satelliten, Wetterballons, Flugzeuge, Schiffe, Radar – alle liefern Daten. Am Ende ist es ein gigantisches Puzzle, das ständig neue Teile bekommt. Wir versuchen mit diesen Daten, das Chaos zu verstehen. Warme Luft rauf, kalte runter, Hochdruck schubst Tiefdruck, Feuchtigkeit wird zu Wolken – die Basics. Meteorologen stopfen diese Regeln in Modelle, die versuchen, das Verhalten der Atmosphäre zu bändigen. Supercomputer rechnen sich die Finger wund. GFS, ECMWF, ICON – große Wettermodelle simulieren, wie es weitergeht. Weil die Atmosphäre launisch ist, laufen die Modelle gleich mehrfach. Das nennt sich Ensemble – quasi „Wetter mit mehreren Meinungen“. Am Ende noch ein wenig Feenstaub und die Wetterprognose ist raus.
Warum es trotzdem mal danebenliegt: Die Atmosphäre ist kompliziert, sensibel und manchmal einfach frech.
Die einfachen Tipps:
- Vor der Reise bestimme ich den Reisezeitraum des Reisegebietes. Klimatabellen und Klimadiagramme findet man dazu einfach über die gängigen Suchmaschinen.
- Ich nutze mindestens 2 Wetter-Apps, die auch mal unterschiedliche Prognosen melden. Damit ist sichergestellt, dass sie auf verschiedene Datengrundlagen zugreifen. Sagen beide Apps die gleiche Prognose voraus, ist das Eintreten sehr wahrscheinlich. Sind sie unterschiedlich, wird der Tag entscheiden.
- Prognosen sind maximal mit einem Vorlauf von 3 Tagen genau.
- Ich beschäftige mich mit dem Wettergeschehen in den Reiseregionen. In den Alpen ist es der Föhn, in Norwegen sind die Gebirge eine Wetterscheide, in Island treffen Polarluft und Golfstrom aufeinander, im Balkan gibt es den Bora Wind....
- Ich nutze ergänzend zu meinen Standard-Apps lokale Apps in den Reiseländern. In Island beispielsweise Vedur.is und road.is. In Norwegen ist es Yr. Diese lokalen Apps greifen auch auf die großen Wettermodelle zu, reichern die Daten aber mit lokalen Stationen kleinteiliger auf. In der Regel haben sie eine größere Präzision.
- Ich schaue mir immer Wetterverläufe über ein Zeitraffen an. An einem Ort kann es lt. App den ganzen Tag regnen. Mit Blick auf den Regenradar sieht man aber sehr kleine Schauer, die immer mal kommen werden, aber in Summe harmlos sind.
- Ich weiche vom ursprünglichen Plan ab, ändere meine Route, passe meine Startzeit an, plane Wetterpausen auf dem Weg ein.
Meine Standard-Werkzeuge
Wetteronline mit dem Regenradar
Wetter.com als zweite App
Windy als Windvorhersage (ist eine mega App !!!)
---- obere 3 Apps als Standard /// untere Apps als "professionelle" Ergänzung ----
Meteomedia - sehr gute Übersichten
Topmeteo (gegen Bezahlung)
Kachelmannwetter - professionelle Prognosen